Zuwanderung: Integrationsbedarf in Deutschland stark gestiegen

Zuwanderung: Der Integrationsbedarf ist in Deutschland exponentiell gewachsen – am stärksten in den Großstädten

Auch die Grundschulen in Bad Bramstedt müssen sich künftig auf mehr Flüchtlingskinder einstellen.  (Symbolbild)

Vor allem der Spracherwerb von Flüchtlingskindern ist eine wichtige Integrationsaufgabe. (Symbolbild)

Berlin. Der Integrationsbedarf von Zuwanderern in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen und überregional sehr ungleich verteilt. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bereits vorliegt.

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Demnach besaßen 2011 nur 4,3 Prozent der Kinder unter sechs Jahren keinen deutschen Pass, Ende 2021 waren es bundesweit 14,2 Prozent. Der Anteil der Kinder ohne deutsche Staatsbürgerschaft ist laut IW ein verlässlicher Indikator für den wachsenden Integrationsbedarf.

Gemessen daran muss vor allem in den größeren Städten und im Vergleich zu den Bundesländern vor allem in Nordrhein-Westfalen mehr Integrationsarbeit geleistet werden. Den größten Integrationsbedarf unter den Städten und Gemeinden gibt es laut IW-Studie im hessischen Offenbach (29,9 Prozent der Kinder ohne deutschen Pass), gefolgt von Bremerhaven (28,1 Prozent), dem bayerischen Hof (27,2) und dem badischen Förzheim. Hm. Gelsenkirchen in Württemberg (27,1) und Nordrhein-Westfalen (26,8).

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Die bundesweite Verteilung der Neuzuwanderer ist sehr ungleichmäßig. „Insgesamt gibt es eine starke Konzentration in Großstädten und insbesondere im Rhein-Main- und Ruhrgebiet, während der Anteil in ländlichen Gebieten im Osten oft deutlich geringer ist“, heißt es in der Studie. Im Ländervergleich ist der Anteil der Kinder ohne deutsche Staatsbürgerschaft in Bremen mit 23,6 Prozent am höchsten und in Mecklenburg-Vorpommern mit 6,6 Prozent am niedrigsten.

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hohe Migration von Kindern

Anders als bei Erwachsenen sagt die Nationalität von Kindern viel über ihren Integrationsgrad aus, schreibt Studienautor Vido Geiss-Thonne, IW-Ökonom für Familienpolitik und Migrationsfragen. Seit dem Jahr 2000 erhalten alle in Deutschland geborenen Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn mindestens ein Elternteil seit mindestens acht Jahren im Land lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt. Als Kinder ohne deutschen Pass gelten dabei nur solche, die selbst zugewandert sind oder deren Eltern kurz vor der Geburt ins Land gekommen sind.

Beide Gruppen sind in den vergangenen Jahren gewachsen, wie die IW-Studie zeigt: Waren Ende 2011 noch 4,3 Prozent der Menschen unter sechs Jahren ohne deutsche Staatsangehörigkeit, soll sich dieser Anteil Ende 2021 auf 14,2 Prozent verdreifachen mehr als Durch den Zuzug von Flüchtlingen aus der Ukraine ist die Zahl laut iW weiter gestiegen.

Das Deutsche Institut für Ökonomie fordert daher Bund und Länder auf, mehr Hilfen für besonders betroffene Kommunen bereitzustellen. Mehr finanzielle Unterstützung ist für Betreuungseinrichtungen, Schulen und Familienangebote wie Freizeiteinrichtungen für Kinder oder Sprachkurse für Eltern nötig.

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Alternativ ist auch denkbar, dass Städte mit besonderem Integrationsbedarf gezielt unterstützt werden. „In jedem Fall muss sichergestellt werden, dass auch ärmere Städte und Gemeinden mit einem hohen Anteil an Kindern mit besonderem Integrationsbedarf geeignete Unterstützungen anbieten können“, so iW. Integrationsmöglichkeiten „dürfen nicht letztlich vom konkreten Wohnort in Deutschland abhängen“.

Mangelnder Einfluss auf die Bundes- und Landespolitik

Das IW stellt auch fest, dass Zuwanderer ohne Einbürgerung auch bei Erreichen der Volljährigkeit nicht wahlberechtigt sind, was dazu führt, dass Städte und Gemeinden mit einem im Verhältnis zur Einwohnerzahl hohen Ausländeranteil Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene treffen müssen nehmen. , Angesichts der geringen Zahl an Einbürgerungen zeige sich, dass in manchen Städten oder Ballungsräumen „mehr als ein Viertel der jüngeren Generation kein Wahlrecht“ habe.

Das Institut empfiehlt daher, die derzeit erforderliche Mindestaufenthaltsdauer der Eltern für die Einbürgerung von in Deutschland geborenen Kindern zu senken. Zudem sollen Menschen, die ihre Kindheit oder ihre Kindheit größtenteils in Deutschland verbracht haben, leichter einen deutschen Pass erhalten können.

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