WM-Auftakt: Deutschland blamiert sich gegen Japan

Fußball Der Beginn der Weltmeisterschaft

Deutschland macht sich gegen Japan lächerlich

Es steht 1:1: Ritsu Doan trifft gegen Manuel Neuer Es steht 1:1: Ritsu Doan trifft gegen Manuel Neuer

Es steht 1:1: Ritsu Doan trifft gegen Manuel Neuer

Quelle: REUTERS

Dem sportlichen Tiefschlag folgt die politische Debatte im Vorfeld des ersten WM-Spiels. Die deutsche Nationalmannschaft führte gegen Japan verdient, ließ sich dann aber vom Außenseiter überraschen. Und verliert am Ende 1:2.

SSelten war der Druck auf eine deutsche Nationalmannschaft zum Auftakt einer WM so groß: Nicht nur der Sieg der Mannschaft von Hansi Flick wurde zu Beginn erwartet, sondern vor allem viele Fans wollten nach der “One Love”-Debatte mitmachen. armband Siehe Abzeichen von Spielern. Sie konnten nur einen Punkt zurückgeben – die 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Japan endete als sportlicher Alptraum.

Es war vielleicht nicht das Zeichen, auf das viele Fans gehofft hatten, aber es war ein Zeichen. Als die deutsche Nationalmannschaft eine Minute vor Spielbeginn zum Mannschaftsfoto zusammenkam, lief den Spielern das Maul zusammen. Es war eine kollektive Geste, die sagen sollte: Seht her – wir wollten ein anderes, vielleicht deutlicheres Zeichen für die Menschenrechte setzen, aber das wurde uns durch die Androhung von Sanktionen verboten. Uns wurde das Sprechen verboten. „Auch ohne Verband. Unsere Position steht“, twitterte der DFB kurz darauf.

Auch wenn es manchen Kritikern im Vergleich zu der von Manuel Neuer fallen gelassenen Kapitänsbinde “One Love” nicht reichen dürfte – es war eine Geste, die verdeutlichte, was FIFA-Fußballer wollen: Sie sollen die Zirkuspferde sein, mit ihrer Hilfe verändert es Millionen – aber bitte keine verantwortlichen menschen. Wehe dem, der es wagt, seine Meinung zu sagen. Es war auch eine Geste, die verriet, wie allein sich Neuer und Co. gerade fühlen.

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Wohl noch nie ist eine deutsche Mannschaft in die Endrunde einer WM gestartet, so wenig wurde über Fußball gesprochen. Auch deshalb war die Ungewissheit, wo die Mannschaft von Hansi Flick steht, vor Beginn des Turniers so groß wie nie zuvor – und für den Bundestrainer dürfte die Ungewissheit noch größer sein. Am Ende hatte Deutschland ein lange Zeit dominant gespieltes Spiel komplett aufgegeben.

Zugang in 15 Minuten

Es dauerte eine Weile, bis das Team ins Spiel kam. Die Nervosität war zunächst spürbar. In der deutschen Abwehr kam es zu Schwankungen, als neben Verteidiger Antonio Rüdiger Nico Schlotterbeck eingewechselt wurde. Die Japaner zeigten kurz ihren Widerstand. Die Deutschen taten sich im Angriff schwer: Thomas Müller, Jamal Musiala und Serge Gnabry tauschten die Positionen, um die sehr tiefstehenden Japaner zu trennen. Nach einer Viertelstunde erspielte sich Deutschland jedoch den Zugang und erarbeitete sich Chancen – vor allem, weil die beiden defensiven Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan und Joshua Kimmich nun eine stärkere Rolle spielten.

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Der bisher beste Angriff gelang mit der Führung: Ein Diagonalball von Kimmich landete beim weit nach vorne gerückten Linksverteidiger David Raum. Der Leipziger legte den Ball an Gonda vorbei – und wurde dann vom japanischen Keeper zu Fall gebracht. Ilkay Gündogan erzielte per Foulelfmeter das 1:0 (33. Minute). Havertz traf kurz vor der Pause, doch er stand im Abseits.

Auch nach dem Wechsel blieb die Dominanz des DFB-Teams, das in der ersten Halbzeit 81 Prozent Ballbesitz hatte, zunächst bestehen. Eine Flut von Kombinationen führte zu einigen guten Chancen: Musiala hätte nach einem Solo durch die japanische Abwehr ein Traumtor erzielen können, wenn er konzentriert im Tor geblieben wäre (51.). Zehn Minuten später traf Gündogan mit einem Schuss aus 17 Metern nur den Pfosten. Anschließend lieferten sich Gnabry und der eingewechselte Jonas Hofmann ein privates Duell mit dem starken Gonda (70.). An diesem Punkt sollte das Spiel längst entschieden sein.

Verwirrung in der Verteidigung

Doch dann rächte sich der fahrlässige Umgang mit den Chancen. Der Japaner wurde mutiger und nachdem Neuer gegen Sakai zunächst gut parieren konnte (73.), war er drei Minuten später machtlos – als der eingewechselte Freiburger Ritsu Doan die Verwirrung in der Abwehr ausnutzte und einen Abpraller zum Abschluss brachte 1:1 (76′). ).

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Danach entglitt der Mannschaft das Spiel komplett: In der 84. Minute ließ Schlotterbeck Takuma Asano einfach durch – und der Bochumer traf aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Asiaten. Das Spiel, das Deutschland lange Zeit komplett kontrollierte, wurde gedreht. Die jetzt offenbarte Passivität vor allem in der Abwehr war erschreckend.

Bei Flick, der schon vor dem Anpfiff die Wichtigkeit eines Starts betont hatte, dürften sich die Zweifel, die er zuvor hatte, noch verstärken. Könnte die Diskussion um den Verband seine Konzentration gestört haben? Eine halbe Stunde vor Beginn musste er noch einmal über das Thema sprechen, als er der ARD ein Interview gab. Wieder hatte er wiederholt, was er in den vergangenen Tagen immer wieder gesagt hatte: Dass die Mannschaft sehr enttäuscht sei, als die FIFA die „One Love“-Armbinde verbot, aber „dass wir schließlich hier sind, um Fußball zu spielen und zu spielen gutes Turnier.” .“ Er wurde gefragt, ob statt der Verpackung ein anderes Schild am Team sei. „Mal sehen“, hatte er geantwortet.

Das Signal war da, nicht der erhoffte gute Start, sondern ein echter Fehlstart.

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