Medikamente: Regierung will stärker gegen Engpässe vorgehen | Freie Presse

Medikamente wie Fiebersirupe für Kinder, Hustensäfte oder Blutdruckmittel sind in Deutschland immer knapp. Nun will die Bundesregierung eingreifen.

Berlin

Die Bundesregierung will härter gegen Lieferengpässe bei Medikamenten vorgehen. Geplant sind Änderungen im Vergaberecht, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Berlin sagte. Ziel ist es, breitere Lieferketten zu schaffen, um die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern zu reduzieren. Die Situation ist trotz bestehender Instrumente für alternative Präparate bei Engpässen unbefriedigend.

Minister Karl Lauterbach (SPD) hatte der ARD-Hauptstadtstudie mit Blick auf Gesetzesvorhaben gesagt, dass Krankenkassen nicht länger verpflichtet werden sollten, Medikamente und Wirkstoffe dort einzukaufen, wo sie günstiger sind. Es könne nicht sein, “dass wir versuchen, ein paar Cent an Wirkstoffen zu sparen, aber dann die Versorgung der Bevölkerung riskieren”.

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Apotheken haben zuletzt erneut Lieferengpässe bei einer Reihe von Medikamenten gemeldet, darunter Fiebersäfte für Kinder, Magensäureblocker, Hustensaft und arterielle Blutdruckmittel Die Bundesvereinigung der Verbände Deutscher Apotheker (ABDA) begründete die angespannte Lage mit enormem Kostendruck. Um Geld zu sparen, setzen die Hersteller auf die Produktion in Asien. Fallen Chargen aus oder verzögern sich Transporte, hat dies Folgen für die Nahversorgung.

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Immer wieder Engpässe bei Medikamenten

Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) legten großen Wert darauf, dass die pharmazeutische Industrie alle Medikamente wieder zuverlässig liefert, inklusive Fiebersirup. Doch es bleibe ein großes Fragezeichen, ob internationale Konzerne wirklich Produktionsprozesse ändern, nur weil in Deutschland höhere Preise gezahlt werden, sagte GKV-Spitzenverband Florian Lanz der Deutschen Presse-Agentur. Ein simpler Dead-Effekt wäre fatal: “Also höhere Preise in Deutschland, höhere Gewinne in der Pharmaindustrie zu Lasten der Kollaborateure, aber die Lieferung von Medikamenten ist so unzuverlässig wie heute.”

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In der Medizin gibt es in Deutschland immer wieder Engpässe. Sie sind für Apotheken ein Ärgernis, weil sie Alternativen zu den Medikamenten finden oder diese teilweise selbst herstellen müssen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte listet derzeit rund 300 Meldungen über Versorgungsengpässe mit rund 100.000 zugelassenen Arzneimitteln auf. Zu vielen seltenen Medikamenten gibt es Alternativen. Ein Lieferengpass müsse nicht gleichzeitig ein Versorgungsengpass sein, betont die Behörde. (dpa)

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