Kritik zu Emancipation: Zu sehr in Richtung Oscars geschielt

Am 2. April 1863 wurde ein Mann namens Gordon in einem Militärlager in der Nähe von Baton Rouge als Teil des Krafttrainings für den Dienst in der Unionsarmee fotografiert. Drei Monate später ging das Foto seines vernarbten Rückens als Whipped Peter um die Welt und trug dazu bei, das Blatt ein für alle Mal zugunsten der Abolitionistenbewegung zu wenden. In der Vergangenheit gelang versklavten Afroamerikanern, die jahrelang mit Lederriemen gefesselt waren, die rund 120 Kilometer lange Flucht durch die Sümpfe von Louisiana – immer mit Hunden auf den Fersen, deren Geruchssinn er nur durch ständiges Ausweichen täuschen kann ihn. von oben nach unten mit Zwiebel einreiben.

Regisseur Antoine Fuqua („The Equalizer“), Drehbuchautor Bill Collage („Assassin’s Creed“) und Superstar Will Smith („Bad Boys For Life“) haben nun diese historische Geschichte übernommen – und die Rechte daran abgebaut.“befreien, befreien, befreien‘ wurde nach einem Bieterkrieg für angeblich 130 Millionen US-Dollar an den Streaming-Dienst Apple TV+ verkauft. Das Ergebnis ist ein Film, der im Wesentlichen ein einfacher Survival-Genre-Film ist, aber auch seine eigenen (Preis-)Ambitionen mit aller Macht in den Vordergrund stellt. Das war nicht nur eine blöde Idee, weil Will Smith und die Oscars nach einem Schlag ins Gesicht ohnehin hätten abrechnen müssen, es schadete auch „Emancipation“ als Film. Die künstliche Inszenierung wird (mehr) betont und Will Smiths wirklich nominierungswürdiges Gameplay zeigt eine Tiefe, die „Emancipation“ noch nicht einmal ansatzweise erreicht hat.


Peter (Will Smith) wagt die Flucht durch den Sumpf – zunächst mit zwei anderen Männern, doch schon bald ist er ganz allein.

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Mit der am 1. Januar 1863 wirksamen Emanzipationserklärung hat die Regierung der Vereinigten Staaten von Abraham Lincoln die Sklaverei offiziell abgeschafft. In den folgenden Monaten verbreitete sich die Nachricht auch unter den versklavten afroamerikanischen Gemeinschaften in den Konföderiertenstaaten, wo das Gesetz noch nicht rechtsverbindlich war. Peter (Will Smith), der von seiner Familie getrennt und von seinem ehemaligen Sklavenhalter zur Arbeit bei der Eisenbahn abgestellt wird, wagt jedoch die Flucht. Zwischen ihm und der Freiheit liegen jedoch mehr als 100 Kilometer Sumpf.

Neben all den Unvorhersehbarkeiten und Gefahren, die dort lauern, sind auch der sadistische Jäger Jim Fassel (Ben Foster) und seine Hunde bestrebt, ihn aufzuspüren. Währenddessen kämpft Peters Frau Dodienne (Charisma) auf einem Bauernhof mit ähnlichen existenziellen Herausforderungen: Hausmeister beginnen sich allmählich für ihre Tochter im Teenageralter zu interessieren – und als sie selbst ausverkauft ist, hat Dodienne nur einen Weg, ihren Ehemann zu finden. auch von ihren Kindern getrennt…

Ein bisschen Farbe

„Emanzipation“ ist kein Schwarz-Weiß-Film, auch wenn es auf den ersten Blick scheint. Farben sind so ungesättigt, dass fast alles wie Schwarz und Weiß aussieht. Je nach Lichteinfall entstehen immer wieder leichte Farbschlieren – hier ein paar grüne Grashalme, dort eine orangefarbene Flamme. Aber wenn ein paar Farbmomente in Filmen wie “Schindlers Liste” oder “Sin City” sehr bewusst eingesetzt werden, um etwas hervorzuheben (wie Do Girl’s roter Mantel. Thailändisch in den Slums von Krakau), hat die Farbgebung in “Liberation” halt ein Effekt, anstatt zufällig nach Belieben zu kommen. Es ist wirklich ablenkend, wenn man nach jedem Schnitt zuerst den Hintergrund abtastet, um zu sehen, ob irgendwo ein bisschen Farbe verloren geht, bevor man zu den eigentlichen Protagonisten der Szene zurückkehrt. Sicher, das historische Foto ist auch ein Schwarz-Weiß-Foto – aber letztlich hätte hier erst einmal die Überlegung kommen sollen, „Liberation“ ein zusätzliches Statement zu geben.

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Der Kern der „Liberation“-Story ist simpel – und erinnert an klassische Western, in denen Bösewichte mit Hilfe von Stalkern (meist Eingeborenen) einen Flüchtigen jagen. Nur sind da nicht die weiten Savannen des Wilden Westens, sondern die Sümpfe der moosbewachsenen Südstaaten Louisianas, die in den Drohnenaufnahmen so optisch auffallen.Der erste Fahrer des Films. Von Anfang an ist klar, dass Antoine Fuqua keine Gefangenen macht – man sieht nicht nur die Köpfe der Opfer von Jim Fassel, die gekreuzigt werden, auch sein Einsatz von Hunden wird mit einem Menschenbild schmerzhaft inszeniert. Bei dem kräftezehrenden Lauf denkt man sogar an Alejandro González Iñárritus kompromisslosen Survival-Rache-Thriller „The Revenant“, sowie Will Smith – wie Leonardo DiCaprio, der einst den Menschenbären eroberte – liefert sich ein rücksichtsloses Duell auf Leben und Tod mit einem angeblich überwältigendes Wesen.


Jim Fassel (Ben Foster) gibt niemals auf – verfolgt aber weiterhin Flüchtlinge, bis er sie erneut gefangen (oder tötet).

Im Gegensatz zu Steve McQueen in 12 Years A Slave fand Antoine Fuqua von Emancipation jedoch nicht viele neue Wege, um mit dem Missbrauch versklavter Afroamerikaner umzugehen – sie waren auch Sadisten, unmenschliche Sklavenhalter (einschließlich Steven Ogg, Schauspieler Trevor in „GTA V”) machen die gleichen unmenschlichen Dinge wie in so vielen anderen Filmen davor. Eine Szene ist uns besonders in Erinnerung geblieben, in der erstmals kein Blut geflossen und keine Peitschen geschwungen werden: Als Peter auf der Flucht an einem Plantagenhaus vorbeikommt, sitzt dort eine Familie beim Essen – und das ist nicht die Patriarch, sondern die kleine Tochter. mit blonden Locken und einem hübschen Kleid, der aufsprang, klingelte und ganz selbstverständlich eine Gruppe von Jägern hinter dem Flüchtling her schickte.

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Will Smith spielt das alles mit einer würdevollen Körperlichkeit, als ob er die Welt auf seinen Schultern trägt, aber gleichzeitig den unsterblichen Willen hat, sie überall hin mitzunehmen. Es gibt auch einen breiten kreolischen Akzent, den er selbst mit seinen unnachahmlichen verbalen Gesten als Richard Williams in „King Richard“, der den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann, konkurrierte. Es ist eine viel tiefere Darstellung als die Figur, über die wir im Film nichts erfahren – wir erfahren noch mehr über Ben Fosters Jim, wenn er in einem einzigartigen Stück über ihn spricht Ursprungsgeschichte als rassistisches Monster gemeldet. Auf jeden Fall muss man sich fragen, ob es dem historischen Gordon gegenüber wirklich fair ist, ihm eine so glatte Heldengeschichte zuzuschreiben. Denn seine tatsächlichen Taten reichen wirklich aus, um ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern. So eine Heldenshow im Hollywood-Stil inklusive Alligatorenkampf unter Wasser braucht es wirklich nicht.

Fazit: “Emancipation” hätte das Zeug zu einem Survival-Thriller haben sollen – gebremst durch seine übertriebene Wiedergabe Auszeichnungsehrgeiz aber immer alleine weg.

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