Kommunen und Wirtschaft warnen: Sozialer Wohnungsbau droht einzubrechen

Stand: 28.11.2022 06:58 Uhr

Angesichts steigender Baukosten befürchten Kommunen und Wohnungswirtschaft einen drastischen Rückgang des Billigwohnungsbaus: Vermutlich konnten bis zu 70 Prozent der geplanten Projekte nicht umgesetzt werden.

Kommunen und Wohnungswirtschaft warnen davor, den Bau von bezahlbarem und sozialem Mietwohnungsbau zu stoppen. Laut einem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ dürften in den kommenden Jahren bis zu 70 Prozent der ursprünglich geplanten Projekte scheitern.

„Steigende Baukosten führen derzeit dazu, dass zahlreiche Neubauprojekte im freigeförderten und geförderten Wohnungsbau auf Eis gelegt oder nicht wieder aufgenommen werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtebundes, Gerd Landsberg, der Zeitung mehr Wohnraum und , in einigen Fällen eine damit verbundene Erhöhung der Mieten.

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„Brutaler Stopp, aber mit Ansage“

Auch der Zentralverband der Wohnungswirtschaft GdW rechnet damit, dass möglicherweise nicht wie geplant Zehntausende neue Mietwohnungen gebaut werden. Interne Umfragen bei Bürgern, Genossenschaften und Kirchen sowie den ihr angeschlossenen privaten Wohnungsunternehmen hätten ergeben, dass etwa 70 Prozent aller geplanten Projekte ganz abgesagt oder “zumindest auf lange Zeit verschoben” würden, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko , laut der Meldung.

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Das sei ein “brutaler Stopp, aber mit Ansage”. Was in Arbeit ist, wird vollendet. “Und dann werden es immer weniger. Es geht einfach nicht mehr.” Bis 2024 stünden allein im Mietwohnungsbau 60.000 neue Wohnungen vor der Tür.

GdW: Höhere Energiestandards bremsen auch den Neubau

Neben deutlich höheren Finanzierungszinsen, steigenden Baukosten und Inflation würden auch immer strengere Energiestandards Neubauprojekte für Mietwohnungen bremsen. „Wir stehen hinter den Zielen des Klimaschutzes“, betonte der Präsident des GdW. Klimaschutz muss aber vernünftig umgesetzt und am Ende auch für Mieter bezahlbar sein. Er kritisierte, dass die Regierung die Forderungen zwar weiter erhöhe, aber gleichzeitig die Mittel kürze.

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Das Koalitionsziel, jährlich 400.000 neue Wohnungen in Deutschland zu bauen, sei in diesem Zusammenhang Zeitverschwendung, kritisiert Gedaschko: „Mit der bisherigen Fördersumme von nur einer Milliarde Euro pro Jahr für ganz Deutschland kann dieses Neubauziel gar nicht erst anlaufen zu erreichen.” Mindestens das Fünffache der für bezahlbaren Wohnungsneubau erforderlichen Fördermittel. „Marktmieten von 16 bis 18 Euro netto pro Quadratmeter sind für den breiten Mittelstand einfach unerschwinglich.“

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