Auch DAX klettert weiter: Wall Street auf Erholungskurs


Marktbericht

Stand: 29.12.2022 16:26

Trotz der Ungewissheit über die Situation der Krone in China gibt es Anzeichen einer Erholung an der Wall Street. Die US-Aktienmärkte starten positiv. Dies lässt auch den DAX über die Marke von 14.000 steigen.

Erwartete Daten vom US-Arbeitsmarkt und allmähliche Angst vor den Folgen der Corona-Situation nach der jüngsten Entspannung in China drückten die Märkte am Nachmittag in den positiven Bereich. Zum Jahresende zeigten sich die Anleger vorsichtig optimistisch.

US-Aktien erholen sich von der Schwäche des Vortages

US-Aktien erholten sich im frühen Handel von ihren jüngsten Verlusten. Der führende Dow Jones gewann in der ersten Stunde nach dem Start rund 0,9 Prozent auf 33.180 Punkte. Der marktweite S&P 500 stieg um 1,6 Prozent. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um weitere 2,2 Prozent.

Am Nachmittag gab es keine negativen Nachrichten für die US-Arbeitsmarktpreise. Dagegen stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung erwartungsgemäß stark auf 225.000 gegenüber 216.000 in der Vorwoche. „Das ist sicherlich ein Zeichen für eine Verlangsamung des Arbeitsmarktes“, sagte Peter Cardillo, Chefökonom der Investmentfirma Spartan.

Anleger erwarten, dass ein etwas abkühlender Arbeitsmarkt die US-Notenbank, die ihre Geldpolitik eng an Beschäftigungsdaten ausrichtet, und andere große Zentralbanken zu kleineren Zinserhöhungen veranlassen wird. Ansonsten geht der Handel am vorletzten Handelstag des Jahres ohne größere Treiber weiter. Viele Anleger sind bereits im Urlaub und die meisten haben die Bücher geschlossen.

Investoren beobachten weiterhin die Corona-Welle

Kurz vor dem Jahreswechsel wird noch die unsichere Lage der Krone in China das Zünglein an der Waage sein. Laut Jochen Stanzl, Analyst beim Online-Broker CMC Markets, „sind Anleger hin- und hergerissen, wie sie die Situation in China einschätzen sollen“. Er verwies auf Lockerungen und die damit verbundene rasante Zunahme von Corona-Infektionen.

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Diese Kombination sorgt für Unsicherheit an den Märkten. Tatsächlich sollte das Ende der Lockdowns in China und damit die Wiedereröffnung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ein Segen für die Weltwirtschaft sein und eine tiefe Rezession verhindern, betont Stephen Innes, Managing Partner von SPI Asset Management.

Stattdessen tauchten neue Bedenken auf, da die Zahl der täglichen Infektionen in China Berichten zufolge 40 Millionen erreicht hat. Mit der Aufhebung der Reisebeschränkungen befürchten die Gesundheitsbehörden anderer Länder eine Zunahme neuer Fälle. Marktteilnehmer befürchten auch, dass eine neue, gefährlichere Variante des Virus auftauchen und sich auf der ganzen Welt ausbreiten könnte, sagt Innes.

DAX über 14.000 Punkte

Dies belastete den DAX am Morgen zunächst, bevor ihm die bevorstehende Erholung der US-Aktien Auftrieb verlieh. Er wies seine Verluste in den ersten Verhandlungen zurück und näherte sich wieder der Marke der psychologisch wichtigen 14.000 Punkte; nachmittags ist es sogar knapp darüber.

Bei wenig Verkäufen und damit wenig Volatilität notiert Deutschlands Leitindex aktuell um 0,95 Prozent auf 14.058 Punkten im Minus. Für das Barometer der Börse dürfte es ein ruhiges Jahresende zwischen 13.800 und 14.200 Punkten werden. In den ersten Handelstagen des neuen Jahres könne bei Über- oder Unterschreiten einer der beiden Marken die Richtung für die kommenden Wochen bestimmt werden, sagt Analyst Stanzl.

Der Euro steigt leicht

Der Eurokurs ist leicht gestiegen. Die gemeinsame Währung wurde am Nachmittag bei 1,0649 $ gehandelt, etwas höher als in der Nacht zuvor. Marktbeobachter wiesen auf eine Dollarschwäche hin, die wiederum dem Euro Auftrieb verlieh. Die Weltleitwährung war im frühen Handel gegenüber allen anderen Währungen der großen Industrieländer zurückgeblieben. Für die Zukunft wird wenig Dynamik für den Handel auf dem Devisenmarkt erwartet.

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Der Ölpreis fällt weiter

Die Unsicherheit über die Treibstoffnachfrage infolge der Infektionswelle in China trieb die Ölpreise wieder in die roten Zahlen. Rohöl der Nordseesorte Brent fiel um 1,7 Prozent auf 81,84 Dollar pro Barrel (159 Liter). Die US-Sorte WTI verlor 2,1 Prozent auf 77,30 Dollar je Barrel.

Internetunternehmen drohen teure Frequenzauktionen

Unter den Einzelwerten stechen die Aktien von Internetunternehmen wie 1&1, United Internet, Telefonica Deutschland oder der Deutschen Telekom hervor. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet über ein Telekom-internes Dokument, das sich mit der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen im Jahr 2024 befasst.

Mit 1&1 als Bieter könnte dies das teuerste Ausschreibungsverfahren für Netzbetreiber seit der UMTS-Vergabe im Jahr 2000 werden, die damals 51 Milliarden Euro kostete Die Aktien des deutschen Telekommunikationssektors konnten ihre Verluste jedoch zuletzt wieder ausgleichen oder drehten mit der Aufhellung der Marktstimmung sogar leicht ins Positive.

Sartorius ist dem eigenen Wachstumsplan zwei Jahre voraus

Auch die Aktien des DAX-Konzerns Sartorius rücken mit einem Plus von 1,0 Prozent ins Blickfeld. Wie angekündigt beschleunigt der Laborausrüster seine Wachstumspläne. Das Unternehmen sei dem eigenen Plan derzeit rund zwei Jahre voraus, sagte dpa-Chef Joachim Kreuzburg. 2022 war das dritte Jahr einer intensiven Wachstumsphase. „Das war eine sehr erfolgreiche Phase“, sagte Kreuzburg.

ExxonMobil geht rechtlich gegen die EU vor

Energieriese ExxonMobil geht gerichtlich gegen von der Europäischen Union genehmigte Gewinnsteuer vor. „Wir zielen nur auf die kontraproduktive Steuer auf überschüssige Gewinne ab und nicht auf andere Elemente des Energiepreissenkungspakets“, bestätigte Sprecher Casey Norton einen Bericht der Zeitung Financial Times. Nach Angaben des Unternehmens untergräbt die Steuer das Vertrauen der Anleger, schreckt von Investitionen ab und erhöht die Abhängigkeit von importierten Kraftstoffen und Energieprodukten.

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Apple bleibt das wertvollste Unternehmen an der Börse

Die USA lassen Europa trotz deutlicher Kursverluste amerikanischer Technologieunternehmen an der Börse hinter sich. Von den 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt kommen laut einer Studie des Beratungsunternehmens EY allein 61 aus den USA, nur eines weniger als im Vorjahr. Am 27. Dezember blieb Apple mit einem Marktwert von gut zwei Billionen Dollar an der Spitze des Rankings, vor Saudi Aramco und Microsoft. Deutschland ist nicht einmal in den Top 100 vertreten: Der Softwarehersteller SAP rangiert als wertvollster DAX-Wert nur auf Platz 106.

ProSiebenSat.1 produziert selbst Nachrichten

ProSiebenSat.1 stärkt das eigene Informationsangebot. Der Chefredakteur der zum börsennotierten Medienkonzern gehörenden Seven.One Entertainment Group, Sven Pietsch, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir werden die Nachrichten ab dem 1. Januar in unserer eigenen Redaktion produzieren und verbreiten.“ Die Programme der Sender ProSieben, Sat.1 und Kabel eins werden künftig in einem großen Studio produziert, das derzeit am Hauptstandort des Medienkonzerns in Unterföhring bei München entsteht.

Keine Telegramme mehr: Die Post beendet ein langjähriges Angebot

Ende einer Ära: Die Deutsche Post stellt ihren Telegrammdienst zum Jahresende ein. Ein Unternehmenssprecher begründete den Schritt damit, dass das Angebot zuletzt kaum genutzt worden sei. Damit folgt die Post dem Beispiel vieler anderer Postunternehmen weltweit.

Novartis vergleicht US-Kartellverfahren mit Auszahlungen in Millionenhöhe

Das Pharmaunternehmen Novartis zahlt 245 Millionen US-Dollar für die Beilegung eines US-Kartellverfahrens. Dem Arzneimittelhersteller war vorgeworfen worden, die Einführung von Generika seines Blutdruckmittels Exforge in den USA verzögern zu wollen. Die Einigung unter anderem mit den Apothekenbetreibern müsse noch von einem Bundesrichter in New York bestätigt werden, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine Mitteilung von Novartis.

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